
Fred Volz
Ein Leben an der Orgel
Pfarrkirche St. Stephan, Oberachern

Fred Volz
Organist, Chorleiter, Musiker seit über 50 Jahren
Die Pfarrkirche St. Stephan in Oberachern wurde erstmals 1360 urkundlich erwähnt und gilt als Mutterkirche der Region. An einem Sonntag im Mai 2024, dem Tag der Dreifaltigkeit, durfte ich Fred Volz an seiner Orgel fotografieren — dort, wo er seit Jahrzehnten die Gemeinde durch Musik begleitet.
Ein Leben an der Orgel
Fred Volz wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf — auch wenn niemand ein Instrument spielte. Gesungen wurde viel, insbesondere bei Familienfeiern und während alltäglicher Aufgaben. Schon früh zeigte sich seine Neigung zur Musik.
„Wir haben gesungen, während wir das Geschirr abtrockneten. Volkslieder — das hat immer Geborgenheit vermittelt.“
Der Weg zur Orgel
Der erste Kontakt mit einem Instrument entstand durch Klavierunterricht, den Fred bereits in jungen Jahren erhielt. Später führte ihn sein Lehrer, der zugleich Dirigent des Kirchenchors und der Stadtkapelle war, zur Orgel.
„Wenn die Wäscheklammern Klaviertasten sein sollen, dann kann es ja nur ein Tasteninstrument sein.“
Über 50 Jahre Kirchenmusik
Nach einer Unterbrechung während seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann fand Fred über den zweiten Bildungsweg zur Musik zurück. An der Pädagogischen Hochschule nahm er wieder Orgelunterricht und wurde als C-Musiker eingestuft. Über 50 Jahre begleitete er zahlreiche Pfarrer an der Orgel — 27 Jahre davon leitete er den Kirchenchor in Oberachern.
„Die Musik kann einen begleiten. Und wenn Du Klavier spielst, dann brauchst Du niemanden.“
Das Konzert 1983
Ein besonderer Höhepunkt: das Konzert im Jahr 1983, bei dem Fred Werke von Haydn und Mozart aufführte. Über 800 Besucher füllten die Kirche bis auf den letzten Platz.
„Es waren 800 Leute in der Kirche, proppenvoll. Ich erinnere mich noch gut an den Beifallssturm — es war wie eine Welle, die mich überrollt hat.“
Musik als treuer Begleiter
Nach dem Tod seiner Frau Ingeborg im Jahr 2000 verlor Fred allmählich den Drang, regelmäßig Konzerte zu organisieren. 2003 trat er von der Chorleitung zurück. Doch die Musik blieb — ob als Organist bei Gottesdiensten oder als stiller Begleiter durch schwere Zeiten.
„Ohne die Musik hätte ich mir mein Leben nicht vorstellen können.“
„Wie lange ich das noch mache? So lange die Finger mitspielen.“
— Fred Volz